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01 —Marktbericht Gewerbe

Gewerbemarkt Frankfurt

Aktuelle Büro- und Einzelhandelsmieten in der kreisfreien Stadt Frankfurt am Main

Datenstand: Q3 2026Quelle: Fahrländer Partner / Gemeindecheck

—Gewerbemarkt Frankfurt

Am Standort Frankfurt bewegen sich Büromieten bei 40,50 EUR pro Quadratmeter monatlich, Einzelhandelsflächen bei 35,50 EUR. 45.828 Betriebe und eine Bruttowertschöpfung über dem Bundesdurchschnitt kennzeichnen die Wirtschaftsstruktur. Der Pendlersaldo von 311.856 Personen unterstreicht die Standortbedeutung.

02 —Mieten

Gewerbemieten in Frankfurt

Büroflächen

Neubau, 1.OG, Grundausbau, durchschnittlicher Standard

Miete (EUR/m²·Monat)
40,50 EUR
Miete (EUR/m²·Jahr)
486 EUR
150 m² (mtl.)
6.075 EUR

Einzelhandelsflächen

Neubau, EG, Grundausbau, gute Verkaufslage

Miete (EUR/m²·Monat)
35,50 EUR
Miete (EUR/m²·Jahr)
426 EUR
150 m² (mtl.)
5.325 EUR

Vervielfältiger nach Lagequalität

Der Brutto-Vervielfältiger zeigt, das Wievielfache der Jahresnettokaltmiete beim Kauf einer Gewerbeimmobilie in Frankfurt aufgerufen wird — je besser die Lage, desto höher der Faktor. In sehr guter Lage liegt er für Büro bei 33,0, in durchschnittlicher Lage bei 25,9. Büro und Einzelhandel im Vergleich; die genauen Werte je Lagequalität stehen in der Tabelle unter dem Diagramm.

BüroEinzelhandel
Brutto-Vervielfältiger Büro und Einzelhandel nach Lagequalität in Frankfurt (Kaufpreis je Jahresnettokaltmiete)
KategorieBüroEinzelhandel
Durchschnittliche Lage25,920,2
Gute Lage28,023,2
Sehr gute Lage33,026,8

03 —Wirtschaft

Wirtschaftsstandort Frankfurt

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

651.125

Arbeitsort Frankfurt

Pendlersaldo

+311.856

Mehr Einpendler als Auspendler

Betriebe in der kreisfreien Stadt

45.828

Stand 2024

Produktivität (BIP/Erwerbstätigen)

117.100 EUR

Deutschland: 90.600 EUR

BWS Verarbeitendes Gewerbe

139.620 EUR

je Erwerbstätigen

Kaufkraft pro Einwohner

33.787 EUR

Stand 2026

Kernbranchen im Vergleich

Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten je Branche in Frankfurt im Vergleich zum Bundesdurchschnitt — die 6 stärksten Branchen vor Ort. Stärkste Branche ist Erbringung von Finanzdienstleistungen mit 10,0 % (Deutschland 1,8 %). Werte über dem Bundesschnitt zeigen lokale Spezialisierungen; die vollständige Liste steht in der Tabelle.

Erbringung von FinanzdienstleistungenVor Ort: 10,0 %Deutschland: 1,8 %(+8,2 Pp ggü. Deutschland)
Beschäftigtenanteil je Branche (WZ 2008) — „Vor Ort" = Frankfurt, Vergleich Deutschland
BrancheVor OrtDeutschland
Erbringung von Finanzdienstleistungen (K64)10,0 %1,8 %
Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben; Unternehmensberatung (M70)6,9 %2,5 %
Erbringung von Dienstleistungen der Informationstechnologie (J62)5,5 %2,8 %
Luftfahrt (H51)5,1 %0,2 %
Lagerei sowie Erbringung von sonstigen Dienstleistungen für den Verkehr (H52)5,0 %2,2 %
Gesundheitswesen (Q86)4,6 %8,1 %

04 —Trends

Trends am Gewerbemarkt Frankfurt

Der Gewerbestandort Frankfurt profitiert von seiner regionalen Einbindung. Die überdurchschnittliche Produktivität im produzierenden Gewerbe und hochpreisige Mietpreise machen den Standort für Unternehmen attraktiv, die von der wirtschaftlichen Dynamik profitieren möchten.

Büromieten-Preisentwicklung

Indexierter Büromieten-Verlauf seit Q1 2019 (= 100) für Frankfurt im Vergleich zu Deutschland. Bis Q2 2026 haben sich die Büromieten vor Ort um rund 22 % entwickelt (Deutschland 23 %). Der aktuellste Datenpunkt ist provisorisch; die Jahreswerte stehen in der Tabelle unter dem Diagramm.

Q2 2026Vor Ort: 121,7Deutschland: 122,9
20192020202120222023202420252026
Büromieten-Preisindex (Q1 2019 = 100) — „Vor Ort" = Kreisfreie Stadt Frankfurt am Main, Vergleich Deutschland
ZeitpunktVor OrtDeutschland
Q1 2019100,0100,0
Q1 2020106,3106,6
Q1 2021102,6103,6
Q1 2022100,7109,1
Q1 2023107,5117,8
Q1 2024107,2116,5
Q1 2025113,4121,2
Q1 2026120,8124,0
Q2 2026 · Höchststand121,7122,9

Beschäftigten- & Pendlerentwicklung

Entwicklung der Arbeitsplätze am Arbeitsort in Frankfurt seit 2019 (Index = 100). Bis 2025 wuchs die Zahl auf rund 651.125 Arbeitsplätze (+8,1 % seit 2019); die Einpendler entwickelten sich um +9,6 % — ein Indikator für die Strahlkraft als Arbeitsort. Die Jahreswerte stehen in der Tabelle unter dem Diagramm.

2025Beschäftigte (Arbeitsort): 108,1Einpendler: 109,6
201920232025
Beschäftigten- und Pendlerentwicklung (2019 = 100) — „Arbeitsort" = Frankfurt
JahrBeschäftigte (Arbeitsort)Einpendler
2019100,0100,0
2020100,099,9
2021100,1100,5
2022102,3103,0
2023104,3105,0
2024106,6107,8
2025108,1109,6

Häufige Fragen zum Gewerbemarkt Frankfurt

Was kosten Büroflächen in Frankfurt?+
Eine Bürofläche im Neubau kostet in Frankfurt monatlich 40,50 EUR pro Quadratmeter. Bei 150 Quadratmetern typischer Bürogröße ergibt sich eine monatliche Kaltmiete von 6.075 EUR beziehungsweise 486 EUR pro Quadratmeter jährlich. Die Preise beziehen sich auf Neubauten im 1. OG mit Grundausbau. Der positive Pendlersaldo von 311.856 zeigt die Attraktivität als Arbeitsort. Frankfurt liegt damit im hochpreisigen Preissegment.
Was kosten Einzelhandelsflächen in Frankfurt?+
In Frankfurt liegen die Mietpreise für Einzelhandelsflächen im Neubau bei 35,50 EUR pro Quadratmeter pro Monat. Die Jahresmiete beträgt damit 426 EUR pro Quadratmeter. Eine Ladenfläche von 150 Quadratmetern in guter Verkaufslage kostet monatlich rund 5.325 EUR im Erdgeschoss. Die überdurchschnittliche Kaufkraft von 33.787 EUR stützt den Einzelhandelsstandort. Damit bietet Frankfurt hochpreisige Konditionen für Einzelhändler.
Wie ist die Wirtschaftsstruktur in Frankfurt?+
Am Standort Frankfurt sind 651.125 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte registriert. Der positive Pendlersaldo von 311.856 Personen zeigt, dass mehr Menschen nach Frankfurt zur Arbeit kommen als wegpendeln. In der kreisfreien Stadt Frankfurt am Main wurden 45.828 Betriebe gezählt. Besonders stark ist das verarbeitende Gewerbe mit einer Bruttowertschöpfung von 139.620 EUR je Erwerbstätigen. Die Produktivität liegt mit 117.100 EUR BIP je Erwerbstätigen deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 90.600 EUR.
Wie hat sich die Wirtschaft in Frankfurt entwickelt?+
In der kreisfreien Stadt Frankfurt am Main wuchs das nominale BIP zwischen 2010 und 2023 um 55,6% — unter dem nationalen Wert von 61,5%. Die Zahl der Beschäftigten am Arbeitsort hat sich seit 2020 um 8,1% verändert (national: 4,7%). Das verarbeitende Gewerbe erzielte eine Wertschöpfung von 139.620 EUR je Erwerbstätigen bei einem BWS-Wachstum von -11,2% seit 2010. Die lokale Kaufkraft von 33.787 EUR pro Einwohner übertrifft den Bundesdurchschnitt.
Für welche Branchen eignet sich der Standort Frankfurt?+
Der Standort Frankfurt richtet sich an Unternehmen, die von der wirtschaftlichen Stärke der Region profitieren möchten. Das verarbeitende Gewerbe prägt die lokale Wirtschaft mit 139.620 EUR Wertschöpfung je Erwerbstätigen. 45.828 Betriebe auf Kreisebene bilden ein dichtes Unternehmensnetzwerk. Die überdurchschnittliche Kaufkraft macht Frankfurt auch für den Einzelhandel interessant. Die Standortqualität und wirtschaftliche Infrastruktur rechtfertigen das hochpreisige Mietniveau.
Welche Bürorenditen sind in Frankfurt realistisch?+
Die Rendite-Einschätzung für Büroobjekte in Frankfurt erfordert einen klaren Methodikrahmen. Ausgangspunkt: Die Neubau-Büromiete liegt laut Fahrländer Partner AG bei 40,50 EUR/qm/Monat, das entspricht 486 EUR/qm/Jahr. Die marktübliche Bewertungsmethodik für Gewerbeimmobilien arbeitet mit der Cap-Rate (Kapitalisierungszinssatz): Cap-Rate = jährlicher Nettomietertrag / Kaufpreis. Rechenbeispiel: Bei einer Cap-Rate von 4,5 % (mittleres Segment) ergibt sich aus 486 EUR Jahresmiete ein impliziter Kaufpreis von 486 / 0,045 = ca. 10.800 EUR/qm. Bei einer Cap-Rate von 4,0 % (Premium-Lage) steigt der implizite Kaufpreis auf 486 / 0,040 = ca. 12.150 EUR/qm. Methodischer Hinweis: Cap-Rates sind keine festen Marktpreise, sondern Investoren-Erwartungen an die Soll-Rendite. Sie variieren je nach Mieterstruktur, Restlaufzeit der Mietverträge (WALT), Drittverwendungsfähigkeit und ESG-Konformität des Objekts. Eine vollständige DCF-Bewertung berücksichtigt zusätzlich Mietsteigerungspotenzial über die Vertragslaufzeit, Mietausfallrisiken, Capex-Anforderungen und Exitszenarien. Cap-Rate-Berechnungen aus Mietdaten allein liefern daher Anhaltswerte — keine Kaufpreisgarantien. Quelle: Fahrländer Partner AG.
Worauf achten institutionelle Käufer bei Gewerbeimmobilien in Frankfurt?+
Institutionelle Käufer — Versicherungen, offene Fonds, Family Offices — bewerten Gewerbeimmobilien nach einer anderen Logik als private Käufer. Die relevanten Prufpunkte für Frankfurt: Mieterstruktur und WALT: Die Bonität der Mieter, die durchschnittliche Restlaufzeit der Mietverträge (Weighted Average Lease Term) und die Vertragsdetails — Indexklauseln, Verlängerungsoptionen, Sonderkündigungsrechte — sind zentrale Cap-Rate-Treiber. Ein Objekt mit langfristigen Verträgen und bonitätsstarken Mietern wird zu einer niedrigeren Cap-Rate (= höherem Preis) gehandelt als ein vergleichbares Objekt mit kurzlaufenden Verträgen. Drittverwendungsfähigkeit: Kann das Objekt bei Mieterverlust einer anderen Nutzung zugeführt werden? Reine Bürogebäude ohne flexible Grundrisse gelten als weniger drittverwendungsfähig als nutzungsneutrale Strukturen. Lagequalität: Verkehrsanbindung, Mietermix und Mikrolage sind harte Standortfaktoren in institutionellen Checklisten. ESG-Konformität: Institutionelle Fonds unterliegen zunehmend regulatorischen Anforderungen (SFDR, EU-Taxonomie). Objekte ohne dokumentierte Energieklasse oder mit Sanierungsbedarf werden mit ESG-Abschlägen bewertet oder aus dem Investment-Universum ausgeschlossen. DREHPUNKT-Methodik: Bei Gewerbeverkäufen erarbeiten wir eine Zwei-Perspektiven-Analyse — Verkäuferseite und Käuferseite — bevor ein Listing oder eine Off-Market-Ansprache beginnt. Plan A, B und C werden definiert, bevor der erste Käuferkontakt stattfindet.
Welche Faktoren beeinflussen Gewerbemietsteigerungen in Frankfurt?+
Mietsteigerungen im Gewerbebereich entstehen nicht aus Marktstimmung, sondern aus strukturellen Faktoren. Nachfrageseitige Treiber: Branchen-Cluster, Beschäftigungsentwicklung und Pendlerverflechtung am Standort bestimmen die Nachfragestabilität. Vertragsseitige Treiber: Bestandsverträge mit Indexklauseln binden Mietanpassungen an die Inflationsentwicklung (in der Regel VPI-Index). Das bedeutet: In Phasen erhöhter Inflation steigen die Mieten in laufenden Verträgen automatisch — ohne Neuverhandlung. Angebotsseitige Treiber: Die ESG-Sanierungs-Pflicht für Bestandsobjekte mit niedrigen Energieklassen setzt Vermieter von Altbeständen unter Druck. Objekte, die nicht saniert werden können oder dürfen, verlieren an Marktgängigkeit — was modernisierte Bestände und Neubauten in ihrer Vermietbarkeit stärkt. Infrastruktureller Treiber: Verkehrsanbindung als harte Investorenkriterien. Gute Erreichbarkeit ist ein Mietpreis-stabilisierender Faktor, keine Mietpreis-treibende Variable im engeren Sinn — aber entscheidend für die Drittverwendungsfähigkeit bei Mieterwechsel. Wichtige Einschränkung: Diese Faktoren beschreiben mögliche Treiber auf Basis struktureller Marktbeobachtung — keine Prognose konkreter Mietsteigerungen. Ob ein bestimmtes Objekt von diesen Faktoren profitiert, hängt von Lage, Zustand, Mieterstruktur und Vertragssituation ab. Quelle: Fahrländer Partner AG.

05 —Methodik

Datenquellen & Methodik

Die Marktdaten stammen aus dem Gemeindecheck Makrolage Gewerbe von Fahrländer Partner.

  • —Gewerbemieten: Angebotsmieten Neubau, Grundausbau
  • —Wirtschaftsdaten: Statistische Ämter, Bundesagentur für Arbeit
  • —Produktivität: BIP und BWS auf Landkreisebene

Hinweis: Die Werte sind Durchschnitts- und Orientierungswerte für Neubauobjekte. Der tatsächliche Mietpreis hängt von individuellen Faktoren wie Lage, Ausstattung, Zustand und Mietvertragsgestaltung ab.

Letzte Aktualisierung: 2026-10-02 (Q3 2026) | Autor: Mustafa Korkmaz, DREHPUNKT Immobilien

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