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01 —Marktbericht Gewerbe

Gewerbemarkt Stuttgart

Aktuelle Büro- und Einzelhandelsmieten im Stadtkreis Stuttgart

Datenstand: Q3 2026Quelle: Fahrländer Partner / Gemeindecheck

—Gewerbemarkt Stuttgart

Stuttgart im Stadtkreis Stuttgart bietet Gewerbeflächen zu gehobenen Preisen. Büroflächen kosten durchschnittlich 27,50 EUR pro Quadratmeter monatlich, Einzelhandelsflächen 51,42 EUR. Mit 443.058 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und einem stark positiven Pendlersaldo ist der Standort wirtschaftlich stark aufgestellt.

02 —Mieten

Gewerbemieten in Stuttgart

Büroflächen

Neubau, 1.OG, Grundausbau, durchschnittlicher Standard

Miete (EUR/m²·Monat)
27,50 EUR
Miete (EUR/m²·Jahr)
330 EUR
150 m² (mtl.)
4.125 EUR

Einzelhandelsflächen

Neubau, EG, Grundausbau, gute Verkaufslage

Miete (EUR/m²·Monat)
51,42 EUR
Miete (EUR/m²·Jahr)
617 EUR
150 m² (mtl.)
7.713 EUR

Vervielfältiger nach Lagequalität

Der Brutto-Vervielfältiger zeigt, das Wievielfache der Jahresnettokaltmiete beim Kauf einer Gewerbeimmobilie in Stuttgart aufgerufen wird — je besser die Lage, desto höher der Faktor. In sehr guter Lage liegt er für Büro bei 30,6, in durchschnittlicher Lage bei 24,3. Büro und Einzelhandel im Vergleich; die genauen Werte je Lagequalität stehen in der Tabelle unter dem Diagramm.

BüroEinzelhandel
Brutto-Vervielfältiger Büro und Einzelhandel nach Lagequalität in Stuttgart (Kaufpreis je Jahresnettokaltmiete)
KategorieBüroEinzelhandel
Durchschnittliche Lage24,320,3
Gute Lage26,223,4
Sehr gute Lage30,626,9

03 —Wirtschaft

Wirtschaftsstandort Stuttgart

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

443.058

Arbeitsort Stuttgart

Pendlersaldo

+176.646

Mehr Einpendler als Auspendler

Betriebe im Stadtkreis

32.158

Stand 2024

Produktivität (BIP/Erwerbstätigen)

130.100 EUR

Deutschland: 90.600 EUR

BWS Verarbeitendes Gewerbe

244.354 EUR

je Erwerbstätigen

Kaufkraft pro Einwohner

33.492 EUR

Stand 2026

Kernbranchen im Vergleich

Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten je Branche in Stuttgart im Vergleich zum Bundesdurchschnitt — die 6 stärksten Branchen vor Ort. Stärkste Branche ist Herstellung von Automobilen und Automobilteilen mit 13,4 % (Deutschland 2,5 %). Werte über dem Bundesschnitt zeigen lokale Spezialisierungen; die vollständige Liste steht in der Tabelle.

Herstellung von Automobilen und AutomobilteilenVor Ort: 13,4 %Deutschland: 2,5 %(+10,9 Pp ggü. Deutschland)
Beschäftigtenanteil je Branche (WZ 2008) — „Vor Ort" = Stuttgart, Vergleich Deutschland
BrancheVor OrtDeutschland
Herstellung von Automobilen und Automobilteilen (C29)13,4 %2,5 %
Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung (O84)6,8 %6,1 %
Gesundheitswesen (Q86)6,1 %8,1 %
Erbringung von Dienstleistungen der Informationstechnologie (J62)5,3 %2,8 %
Sozialwesen (ohne Heime) (Q88)4,3 %4,5 %
Architektur- und Ingenieurbüros; technische, physikalische und chemische Untersuchung (M71)4,3 %1,9 %

04 —Trends

Trends am Gewerbemarkt Stuttgart

Stuttgart entwickelt sich als dynamischer Gewerbestandort im Stadtkreis Stuttgart. 443.058 Beschäftigte und gehobene Gewerbemieten ziehen insbesondere mittelständische Unternehmen und Dienstleister an.

Büromieten-Preisentwicklung

Indexierter Büromieten-Verlauf seit Q1 2019 (= 100) für Stuttgart im Vergleich zu Deutschland. Bis Q2 2026 haben sich die Büromieten vor Ort um rund 21 % entwickelt (Deutschland 23 %). Der lokale Höchststand lag bei 120,6 (Q1 2026) — seither leicht rückläufig. Der aktuellste Datenpunkt ist provisorisch; die Jahreswerte stehen in der Tabelle unter dem Diagramm.

Q2 2026Vor Ort: 120,6Deutschland: 122,9
20192020202120222023202420252026
Büromieten-Preisindex (Q1 2019 = 100) — „Vor Ort" = Stadtkreis Stuttgart, Vergleich Deutschland
ZeitpunktVor OrtDeutschland
Q1 2019100,0100,0
Q1 2020105,8106,6
Q1 2021106,0103,6
Q1 2022109,4109,1
Q1 2023115,2117,8
Q1 2024113,2116,5
Q1 2025117,8121,2
Q1 2026120,6124,0
Q2 2026120,6122,9

Beschäftigten- & Pendlerentwicklung

Entwicklung der Arbeitsplätze am Arbeitsort in Stuttgart seit 2019 (Index = 100). Bis 2025 wuchs die Zahl auf rund 443.058 Arbeitsplätze (+4,0 % seit 2019); die Einpendler entwickelten sich um +7,2 % — ein Indikator für die Strahlkraft als Arbeitsort. Die Jahreswerte stehen in der Tabelle unter dem Diagramm.

2025Beschäftigte (Arbeitsort): 104,0Einpendler: 107,2
201920232025
Beschäftigten- und Pendlerentwicklung (2019 = 100) — „Arbeitsort" = Stuttgart
JahrBeschäftigte (Arbeitsort)Einpendler
2019100,0100,0
202099,399,5
2021100,3101,5
2022102,2104,2
2023103,8106,7
2024103,8107,1
2025104,0107,2

Häufige Fragen zum Gewerbemarkt Stuttgart

Was kosten Büroflächen in Stuttgart?+
Die monatliche Nettokaltmiete für Büroflächen im Neubau beträgt in Stuttgart durchschnittlich 27,50 EUR pro Quadratmeter. Auf das Jahr gerechnet sind das 330 EUR pro Quadratmeter. Ein typisches Büro mit 150 Quadratmetern kostet somit rund 4.125 EUR monatlich. Insgesamt 32.158 Betriebe auf Kreisebene schaffen ein breites Umfeld für Büronutzer. Stuttgart positioniert sich damit im gehobenen Segment gegenüber den Großstädten der Region.
Was kosten Einzelhandelsflächen in Stuttgart?+
Einzelhandelsflächen in guter Verkaufslage kosten in Stuttgart durchschnittlich 51,42 EUR pro Quadratmeter monatlich im Neubau. Das entspricht einer Jahresmiete von 617 EUR pro Quadratmeter. Eine 150 Quadratmeter große Ladenfläche im Erdgeschoss kostet damit etwa 7.713 EUR monatlich. Die Preise beziehen sich auf Neubauten mit Grundausbau in guter Lage. Die Kaufkraft von 33.492 EUR pro Einwohner liegt über dem Bundesdurchschnitt und stützt den lokalen Einzelhandel.
Wie ist die Wirtschaftsstruktur in Stuttgart?+
Die Wirtschaft in Stuttgart wird von 443.058 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten getragen. 276.578 Einpendler und 99.932 Auspendler ergeben einen Pendlersaldo von 176.646 Personen. 32.158 Betriebe bilden das wirtschaftliche Rückgrat des Stadtkreises Stuttgart. Das verarbeitende Gewerbe erzielt mit 244.354 EUR die höchste Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen. Das BIP pro Erwerbstätigen beträgt 130.100 EUR und liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt.
Wie hat sich die Wirtschaft in Stuttgart entwickelt?+
Die wirtschaftliche Entwicklung im Stadtkreis Stuttgart zeigt ein BIP-Wachstum von 68,9% zwischen 2010 und 2023 (Deutschland: 61,5%). Das produzierende Gewerbe erreicht 215.100 EUR BWS je Erwerbstätigen (national: 105.800 EUR). Aktuell sind 23.366 Personen arbeitslos gemeldet. Die Beschäftigungsentwicklung seit 2020 (4,7%) zeigt moderates Wachstum. Pro Einwohner steht eine Kaufkraft von 33.492 EUR zur Verfügung.
Für welche Branchen eignet sich der Standort Stuttgart?+
Stuttgart eignet sich besonders für Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe und der Produktion, die hier hohe Produktivität erzielen. Die Lage in Baden-Württemberg mit guter Verkehrsanbindung bietet logistische Vorteile. Mit 276.578 Einpendlern ist der Zugang zu Arbeitskräften gegeben. Die gehobenen Gewerbemieten machen den Standort attraktiv für kleine und mittelständische Unternehmen sowie Dienstleister, die von wettbewerbsfähigen Mietkosten profitieren wollen.
Welche Bürorenditen sind in Stuttgart realistisch?+
Die Rendite-Einschätzung für Büroobjekte in Stuttgart erfordert einen klaren Methodikrahmen. Ausgangspunkt: Die Neubau-Büromiete liegt laut Fahrländer Partner AG bei 27,50 EUR/qm/Monat, das entspricht 330 EUR/qm/Jahr. Die marktübliche Bewertungsmethodik für Gewerbeimmobilien arbeitet mit der Cap-Rate (Kapitalisierungszinssatz): Cap-Rate = jährlicher Nettomietertrag / Kaufpreis. Rechenbeispiel: Bei einer Cap-Rate von 4,5 % (mittleres Segment) ergibt sich aus 330 EUR Jahresmiete ein impliziter Kaufpreis von 330 / 0,045 = ca. 7.333 EUR/qm. Bei einer Cap-Rate von 4,0 % (Premium-Lage) steigt der implizite Kaufpreis auf 330 / 0,040 = ca. 8.250 EUR/qm. Methodischer Hinweis: Cap-Rates sind keine festen Marktpreise, sondern Investoren-Erwartungen an die Soll-Rendite. Sie variieren je nach Mieterstruktur, Restlaufzeit der Mietverträge (WALT), Drittverwendungsfähigkeit und ESG-Konformität des Objekts. Eine vollständige DCF-Bewertung berücksichtigt zusätzlich Mietsteigerungspotenzial über die Vertragslaufzeit, Mietausfallrisiken, Capex-Anforderungen und Exitszenarien. Cap-Rate-Berechnungen aus Mietdaten allein liefern daher Anhaltswerte — keine Kaufpreisgarantien. Quelle: Fahrländer Partner AG.
Worauf achten institutionelle Käufer bei Gewerbeimmobilien in Stuttgart?+
Institutionelle Käufer — Versicherungen, offene Fonds, Family Offices — bewerten Gewerbeimmobilien nach einer anderen Logik als private Käufer. Die relevanten Prufpunkte für Stuttgart: Mieterstruktur und WALT: Die Bonität der Mieter, die durchschnittliche Restlaufzeit der Mietverträge (Weighted Average Lease Term) und die Vertragsdetails — Indexklauseln, Verlängerungsoptionen, Sonderkündigungsrechte — sind zentrale Cap-Rate-Treiber. Ein Objekt mit langfristigen Verträgen und bonitätsstarken Mietern wird zu einer niedrigeren Cap-Rate (= höherem Preis) gehandelt als ein vergleichbares Objekt mit kurzlaufenden Verträgen. Drittverwendungsfähigkeit: Kann das Objekt bei Mieterverlust einer anderen Nutzung zugeführt werden? Reine Bürogebäude ohne flexible Grundrisse gelten als weniger drittverwendungsfähig als nutzungsneutrale Strukturen. Lagequalität: Verkehrsanbindung, Mietermix und Mikrolage sind harte Standortfaktoren in institutionellen Checklisten. ESG-Konformität: Institutionelle Fonds unterliegen zunehmend regulatorischen Anforderungen (SFDR, EU-Taxonomie). Objekte ohne dokumentierte Energieklasse oder mit Sanierungsbedarf werden mit ESG-Abschlägen bewertet oder aus dem Investment-Universum ausgeschlossen. DREHPUNKT-Methodik: Bei Gewerbeverkäufen erarbeiten wir eine Zwei-Perspektiven-Analyse — Verkäuferseite und Käuferseite — bevor ein Listing oder eine Off-Market-Ansprache beginnt. Plan A, B und C werden definiert, bevor der erste Käuferkontakt stattfindet.
Welche Faktoren beeinflussen Gewerbemietsteigerungen in Stuttgart?+
Mietsteigerungen im Gewerbebereich entstehen nicht aus Marktstimmung, sondern aus strukturellen Faktoren. Nachfrageseitige Treiber: Branchen-Cluster, Beschäftigungsentwicklung und Pendlerverflechtung am Standort bestimmen die Nachfragestabilität. Vertragsseitige Treiber: Bestandsverträge mit Indexklauseln binden Mietanpassungen an die Inflationsentwicklung (in der Regel VPI-Index). Das bedeutet: In Phasen erhöhter Inflation steigen die Mieten in laufenden Verträgen automatisch — ohne Neuverhandlung. Angebotsseitige Treiber: Die ESG-Sanierungs-Pflicht für Bestandsobjekte mit niedrigen Energieklassen setzt Vermieter von Altbeständen unter Druck. Objekte, die nicht saniert werden können oder dürfen, verlieren an Marktgängigkeit — was modernisierte Bestände und Neubauten in ihrer Vermietbarkeit stärkt. Infrastruktureller Treiber: Verkehrsanbindung als harte Investorenkriterien. Gute Erreichbarkeit ist ein Mietpreis-stabilisierender Faktor, keine Mietpreis-treibende Variable im engeren Sinn — aber entscheidend für die Drittverwendungsfähigkeit bei Mieterwechsel. Wichtige Einschränkung: Diese Faktoren beschreiben mögliche Treiber auf Basis struktureller Marktbeobachtung — keine Prognose konkreter Mietsteigerungen. Ob ein bestimmtes Objekt von diesen Faktoren profitiert, hängt von Lage, Zustand, Mieterstruktur und Vertragssituation ab. Quelle: Fahrländer Partner AG.

05 —Methodik

Datenquellen & Methodik

Die Marktdaten stammen aus dem Gemeindecheck Makrolage Gewerbe von Fahrländer Partner.

  • —Gewerbemieten: Angebotsmieten Neubau, Grundausbau
  • —Wirtschaftsdaten: Statistische Ämter, Bundesagentur für Arbeit
  • —Produktivität: BIP und BWS auf Landkreisebene

Hinweis: Die Werte sind Durchschnitts- und Orientierungswerte für Neubauobjekte. Der tatsächliche Mietpreis hängt von individuellen Faktoren wie Lage, Ausstattung, Zustand und Mietvertragsgestaltung ab.

Letzte Aktualisierung: 2026-10-02 (Q3 2026) | Autor: Mustafa Korkmaz, DREHPUNKT Immobilien

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